Kerzenkunde & Kerzenpflege

Es gibt vier Arten, Kerzen herzustellen:

1. Ziehen
Bei einer gezogenen Kerze wird ein Endlos-Docht über große Trommeln geführt und durch ein Becken mit Paraffin gezogen. Auf diese Weise baut sich die Kerze schichtweise auf. Dabei bildet sich ein langer Strang, der in kleine Stücke geteilt wird. Gezogene Kerzen sind durchgefärbt. Durch die besondere Art der Herstellung haben sie eine außerordentlich lange Brenndauer und eine sehr schöne Flamme.

2. Tunken
Ein zugeschnittenes Dochtstück wird an einer Vorrichtung aufgehängt und immer wieder in heißes Paraffin, oder Bienenwachs getaucht, bis sich eine Kerze des gewünschten Durchmessers gebildet hat. Getunkte Kerzen haben typischerweise eine nach oben spitz zulaufende Form und sind ebenfalls durchgefärbt.

3. Pressen
Bei diesem industriellen Verfahren wird das Paraffin zunächst zu Granulat verarbeitet, indem es erhitzt und auf eine mit Wasser gekühlte Trommel gesprüht wird, von der man es dann abschabt. Dieses Material wird dann mit hohem Druck zu einer Kerze verdichtet und anschließend übertaucht. Dieses Verfahren eignet sich für Teelichte, Stumpen und Tafelkerzen.

4. Gießen
Gläser und plastisch geformte Kerzen werden gegossen. Entweder von Hand oder auf großen Abfüllanlagen wird Paraffin in Gläser oder Formen gegossen. Die richtige Temperatur und sorgfältiges Nachgießen gewährleisten eine gleich bleibend hohe Qualität

Woraus bestehen Kerzen?

Paraffin
ist ein Erdölerzeugnis und wird als Nebenprodukt der Ölraffinerie gewonnen. Fast alle Kerzen bestehen heute aus Paraffin.

Stearin
ist ein Naturprodukt und besteht aus pflanzlichen Ölen bzw. Fetten. Stearin ist ein nachwachsender Rohstoff und ist biologisch abbaubar.

Bienenwachs 
das traditionelle Material für Kerzen seit Jahrhunderten, wird nur noch in geringen Mengen für Kerzen verwendet. Das wertvolle natürliche Bienenwachs erkennt man an seinem wohlriechenden Honig-Geruch und der typischen gelben Farbe.

Verbraucher fragen – Kerzen Studio Burtscher antwortet!

Besteht ein Qualitätsunterschied zwischen einer gezogenen, gegossenen oder gepressten Kerze?
Hauptsächlich ergeben sich Qualitätsunterschiede in Verbindung mit den eingesetzten Rohstoffen und Massen. Die gezogene Kerze genießt nach wie vor das höchste Ansehen. Durch den schichtweisen Aufbau bei der gezogenen Kerze ist ein sicherer Abbrand gewährleistet.

Kann man sich bei der Bezeichnung 100% Bienenwachs darauf verlassen, dass die Kerze tatsächlich aus reinem Bienenwachs hergestellt wurde?
Ja. Damit übernehmen wir als Hersteller die Garantie für die Wahrheit der Kennzeichnung.

Warum bekommen reine Bienenwacbskerzen nach einiger Zeit der Lagerung einen leicht weißlichgrauen Belag?
Es liegt in der Eigenschaft des Bienenwachses, dass es nach gewisser Lagerungszeit einen sog. Grauschimmel bekommt. Dieser Belag ist zugleich auch ein Qualitätsmerkmal für die Echtheit dieses Materials.

Was sollte beim Anzünden der Kerzen beachtet werden?
Mit dem Docht muss vorsichtig umgegangen werden, er darf nicht abbrechen. Man sollte darauf achten, dass keine Fremdkörper, z. B. Streichholzreste, in die Brennschüssel fallen.

Wie kann man eine Kerze, deren Docht bis zum Brennschüssel-Spiegel nachgeglüht hat oder abgebrochen ist, wieder zum Brennen bringen?
Die Kerze muss neu zugespitzt werden. Hierbei ist eine leichte Kegelform der Spitze zu empfehlen. Der Docht muss ca. 10 - 15 mm frei liegen.

Wie lange müssen dicke Stumpen mindestens brennen, um einen einwandfreien Abbrand zu erzielen?
Sie sollten mindestens so lange brennen, bis die Brennschüssel von Rand zu Rand mit flüssigem Wachs gefüllt ist. Dies gilt auch für Vierkantkerzen und Kugeln.

Warum sollten sich nie Fremdkörper (Streichholzreste, Dochtstücke, Fliegen und anderes Ungeziefer) in der Brennschüssel befinden?
Diese Fremdkörper verschmutzen das Wachs. Das verschmutzte Wachs verstopft den Docht. Die Saugfähigkeit des Dochtes wird damit unterbunden. Diese Fremdkörper können auch Feuer fangen, wirken so als zweiter Docht und bewirken, dass die Kerze zerstört und zur Gefahrenquelle wird. Dies gilt besonders dann, wenn sich der Fremdkörper am Kerzenrand befindet. Der Kerzenrand wird durchbrochen, und die Kerze rinnt unaufhörlich.

Manche Kerzen rußen auffälliger und flackern. Wie kann dem abgeholfen werde?
Ist der Docht zu lang, sollte er in kleinen Stückchen nachgeschnitten werden, bis das Rußen aufhört. ggf. Zugluft vermeiden. Bei Sauerstoffmangel, z. B. durch einen zu hohen Rand der Kerze, sollte dieser abgeschnitten werden, oder bei einem zu hohen Glas, ein Glas mit kleinerem Rand wählen.

Warum tropfen Kerzen gelegentlich?
Mögliche Ursachen sind: zu warmer Raum, Zugluft oder Schrägstellung der Kerze.

Wie kann man vermeiden, dass die Kerze schief abbrennt und das flüssige Wachs ausläuft?
1. Falls Zugluft die Flamme zu einer Seite trägt, sollte sie die Kerze hin und wieder gedreht werden.
2. Krümmt sich hingegen der Docht zu sehr nach einer Seite, sollte er im warmen Zustand vorsichtig aufgerichtet werden.

Warum bleibt bei Stumpen oft ein Rest, der nicht abbrennt und somit als Verlust angesehen werden muss?
Ein restloser Abbrand ist bei Stumpen nie gewährleistet, da diese Art Kerzen am Fuß ein Dornloch haben. Das Kerzenstück in Dornlochlänge kann nicht mehr brennen, weil der Docht in diesem Teil der Kerze keinen Halt hat, umfällt und erlischt. Bei Kerzen aus neuer Produktion ist der Docht, am Boden der Kerze, nach oben gebogen, damit sie nicht ganz abbrennen kann, sie erlischt selbständig. Damit wird verhindert, dass z.B. die Deko am Kerzenteller Feuer fängt.

Wie kommt es, dass manche Kerzen mit zu kleiner Flamme brennen?
Dies kann passieren,
1. wenn der Docht zu dünn gewählt ist,
2. wenn Verunreinigungen oder Farbstoffe den Dochtverstopfen.

Was ist bei der Kerzenanordnung in Gestecken und Gruppenleuchtern zu beachten?
Die Kerzen sollten nicht zu nahe nebeneinander stehen, weil sie sich sonst gegenseitig erwärmen und schnell zum Tropfen neigen oder verbiegen. Anordnungen von Kerzen übereinander bewirken, dass die oben stehende Kerze durch die aufsteigende Wärme der darunter brennenden Kerzen unruhig brennt und zum Verbiegen neigt. Man sollte bei Gestecken möglichst Kerzen gleicher Art und Länge verwenden. Achten Sie auf Brandgefahren durch Servietten o.ä.

Wie groß sollte der Abstand von nebeneinander brennenden Kerzen sein?
Eine Faustregel besagt 10 - 15 cm. Es muss aber auch auf die individuelle Wärmeausstrahlung geachtet werden, die die daneben stehende Kerze beeinträchtigen könnte. Die Raumtemperatur spielt dabei ebenfalls eine Rolle.

Manche Dochte bilden beim Abbrand wie Knoten aussehende dicke Vergrößerungen an der Dochtspitze.
Wie kann man Abhilfe schaffen?
Es handelt sich hier um "Putzen", auch "Russblumen" oder "Russpilze" genannt, die rechtzeitig mittels einer Dochtschere entfernt werden sollten. Denn abgefallene "Putzen" verschmutzen die Brennschüssel und beeinträchtigen den einwandfreien Brand der Kerze.

Warum soll man Kerzen nicht schon kurz nach dem Anzünden wieder Löschen?
Weil der Docht evtl. noch nicht genügend Wachs angesaugt hat und dann bis zur Brennschüssel verglüht. Wie sollten Kerzen am besten gelöscht werden? Flamme auspusten oder mit einem Löschhorn ersticken. Am besten den brennenden Docht in das flüssige Wachs tauchen und anschließend wieder aufrichten.

Verbrennen reine Bienenwachskerzen schneller?
Die Brenndauer ist abhängig vom Verhältnis der Dochtstärke zum Rohstoff und Durchmesser der Kerze. Zum Abbrand von reinen Bienenwachskerzen benötigt man einen stärkeren Docht, der bei unseren Bienenwachskerzen, für jedes Mass der Kerzen, eigens berechnet wird.

Wie entfernt man Wachsflecken - auch farbige - am besten aus Textilien (z. B. Tischdecken)?
Wachsflecken in Textilien werden am besten entfernt, indem man ein bis zwei Blätter Löschpapier auf den Wachsfleck legt und mit einem heißen Bügeleisen darüber bügelt. Sofern erforderlich, muss dies so oft wiederholt werden, bis das Wachs aufgesogen ist. Eventuell verbleibende Farbflecke kann man durch eine Reinigung entfernen lassen.

Warum spritzen oder knistern manche Kerzen?
Der Docht hat, was nur selten vorkommt, Wasser aufgenommen.

Warum biegen sich die Baumkerzen manchmal auf dem Christbaum?
Das kann verschiedene Ursachen haben:
1. Die Zimmertemperatur liegt weit über normal.
2. Die Kerzen sind der Hitze der darunter aufgesteckten Kerzen ausgesetzt.
3. Es handelt sich um eine qualitativ minderwertige Ware.

Leiden Kerzen durch lange Lagerung?
Nein.

Brennen abgelagerte Kerzen besser?
Hierzu gibt es verschiedene Standpunkte, deren Wahrheitsgehalt bisher weder von der einen, noch von der anderen Seite, wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte.

Lassen sich gebrochene Kerzen reparieren?
Nur selten ist eine Reparatur gebrochener Kerzen möglich und anzuraten. Die entstehenden Kosten übersteigen oft den Wert der Kerze.

Bei gegossenen Stumpen mit diversen Farbschichten lösen sich gelegentlich die Schichten voneinander. Woran liegt das?
Die einzelnen Farbschichten dieser Kerzen, die nacheinander gegossen werden, haben sich wegen der Temperaturunterschiede nicht miteinander verbunden. Bei einer fachgerechten Produktion wird das aber selten vorkommen.

Wie reinigt man Kerzenleuchter von Wachs, ohne sie zu zerkratzen?
Der Leuchter muss erwärmt werden, bis das Wachs schmilzt. Dann mit einem Lappen Nachreiben. Das Erwärmen kann in heißem Wasser erfolgen. Ebenso kann man den Leuchter auch einige Stunden in ein Tiefkühlfach legen, dann lässt sich das Wachs auch sehr gut „absplittern“. 

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